Deutsche Meisterin im Herzen Grün-Weiß 

Genau zum Sommeranfang, am 21. Juni 2026, fand in Schleswig der 5. Viking-Triathlon statt. Der Morgen war angenehm ruhig, nicht zu warm, bis endlich das Signal zum Start gegeben wurde. An der Linie stand mit 850 anderen Athleten, auch Marianne Kulling, ein echtes Twedter Kind. Seit etwa vier Jahren trainiert sie keinen Fußball mehr, auch nicht für einen Marathon, sondern für den Triathlon. Anfangs Kurzdistanz, dann olympische Distanz, inzwischen ist die Mitteldistanz ihre Disziplin. Das ist genau die Hälfte eines Ironman. 
Mit all den anderen Startern schwamm sie also zuerst 1,9 km vom Louisenbad in Richtung Wikingturm einen Dreieckskurs durch die Schlei, strampelte, nach einem Stutz am Ausgang der Wechselzone, dann 90 km auf ihrem Rad, den größten Teil auf der extra dafür gesperrten B 76 dreimal bis nach Stenderupau und lief im Anschluss noch einen Halbmarathon, das sind 21,1 km. Die herrliche Kulisse von Schleswig mit Schloss und Schlei konnte sie sicher nicht so sehr genießen. Dafür aber klangen ihre unzähligen Anfeuerungsrufe tief in die Ohren. Überall an der langen Strecke standen kleine und große Fans, Freunde und die Familie und riefen ihr die Zeiten zu, klatschten und spornten sie an. Als etwa 18. Frau aus dem Wasser konnte sie Runde für Runde auf dem Rad die Konkurrenz einholen, war schon die zweite Frau in der letzten Wechselzone und konnte auf der Laufstrecke alle Verfolger abhängen. Als erste Frau des Gesamtfeldes kam Marianne nach 4:26 Stunden mit über 4 Minuten Vorsprung vor der Zweitplatzierten ins Ziel, mit der besten Fahrradzeit. In der Zeitung und im Fernsehen wurde gerade einmal ihr Name erwähnt. Trotz eines fast viertelstündigen Interviews direkt nach dem Zieleinlauf hat niemand erfahren, dass sie eigentlich aus Twedt ist und ihre sportliche Karriere in Tolk begonnen hat. Die amtierende Deutsche Meisterin ist nur der Arbeit wegen nicht mehr hier, im Herzen aber Grün- Weiß!     Eure Karo